Blog Junggesellenabschiede: 6 Todsünden des Abschiednehmens in Stuttgart

Junggesellenabschiede: 6 Todsünden des Abschiednehmens in Stuttgart

Sonja Tribulowski
Montag, den 07. Mai 2012 um 12:14 Uhr von Sonja Tribulowski
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Summer in the City. Man sitzt entspannt und träge mit ein paar Gleichgesinnten auf dem Rasen am Schlossplatz, philosophiert, sinniert oder erholt sich wahlweise von der letzten Nacht, da ziehen sie in Horden an einem vorbei: Gruppierungen von Leuten; einer dieser wird bald heiraten und es wird vorher alles daran gesetzt, ihn oder sie der Lächerlichkeit preis zu geben und dabei auch noch unbeteiligte Außenstehende in Mitleidenschaft zu ziehen. Dieses Phänomen ist weithin bekannt als „Junggesellenabschied“.

Jeder kennt sie, scheinbar jeder hasst sie und man sucht so schnell es geht das Weite wenn man entdeckt, dass sie einen ins Visier nehmen. Und trotzdem ist dieser grausame Trend nicht totzukriegen und in letzter Zeit – denn draußen wird es wieder schöner - wieder vermehrt zu beobachten. Hierzu habe ich mir Gedanken gemacht und will euch Wege aufzeigen, wie man sich nicht komplett zum Deppen macht und dabei zwangsläufig den Missmut und Hass argloser Bürger auf sich zieht, sondern einigermaßen würde- und anstandsvoll aus dem Junggesellendasein scheidet.

1 Um Himmels Willen, verzichtet auf ein einheitliches Outfit. Ihr seid eine Gruppe, deren einziges Ziel es ist sich zu amüsieren und um den Verstand zu saufen, ihr seid kein Karnevalsverein!

2 Vielleicht wisst ihr es nicht, aber T-Shirts mit Aufdrucken wie "Ich heirate, der Rest ist nur zum Saufen hier"; "Selbst ich habe eine abbekommen" oder "Die Braut die sich traut“ sind weder witzig noch besonders kreativ

3 Ebenso wenig originell sind Accessoires, mit denen der Heiratskandidat kenntlich gemacht wird wie z. B. ein Schleier oder eine Fliege. Da braucht man sich am Wochenende an belebten Stellen nur einmal um die eigene Achse drehen und man entdeckt Minimum 5 Leute, die damit geschlagen sind so rumlaufen zu müssen.

4 Die kleinen dummen Spiele und Aufgaben, die sich eure „Freunde“ ausdenken und die den künftigen Ehemann/die künftige Ehefrau bloßstellen - und dabei auch noch arglose Passanten in Mitleidenschaft ziehen - findet ihr in eurem geistesumnebelten und promillelastigen Zustand vielleicht spaßig – aber glaubt mir, sie sind es rein gar nicht.

5 Hierzu gehört auch, dass das „Opfer“ kleine Dinge an unschuldige Außenstehende verscherbeln muss – kein Schwein will derartigen Kram haben, man kauft es höchstens weil man sich dazu genötigt fühlt und hofft, die Truppe ziehe möglichst schnell weiter.

6 Vielleicht habt ihr so ein Ding nur organisiert, weil euer „Kumpel“ euch dasselbe angetan hat und ihr euch auf diese Art und Weise rächen wollt. Ich appelliere an euch: Beendet den Teufelskreis, sonst geht es immer so weiter bis jeder im Freundeskreis unter der Haube ist. Bis dahin müssen so viele Unschuldige darunter leiden. Diese Qualen sind unnötig!

Wenn ihr diese einfachen Regeln beachtet, so soll eurer letzten gemeinsamen Feier ohne die strengen Fesseln der Ehe nichts im Wege stehen. Falls meine Worte euch aber nicht zur Besinnung gebracht und wachgerüttelt haben und ihr auf derartiges nicht verzichten wollt, so rate ich euch: Beschränkt euer Einsatzgebiet auf die Theo-Heuss. Da seid ihr Willkommen.

Sonja Tribulowski

Sonja Tribulowski

Sarkasmus und Zynismus retten mir das Leben. Jeden Tag.