Blog Mädchending [Stuttbart Story]

Mädchending [Stuttbart Story]

Dennis Kussel
Samstag, den 09. Juni 2012 um 14:59 Uhr von Dennis Kussel
Mädchending Mädchending Andrea Ostberg

Dennis Kussel - Stuttbart Story

Ich stehe da und bin begeistert.
Drei Mädchen.
Alle eigen.

...und unter dem Rock, da trägt sie eine blickdichte Strumpfhose von H&M, die zum Zerreißen gespannt ist aufgrund stark durchtrainierter Beine, welche durch harte Arbeit stark an Muskelmasse zugelegt haben.

Und die Erste, die ist ja wirklich `ne Süße. So an sich.
Nicht zu groß, hat ne ganz niedliche Frisur, ihre Haare sind zu so einer Art Dutt hochgesteckt, zu einem kleinen Ball auf dem Kopf hochgewickelt, das sieht ein wenig bieder aus, auch wenn hier und da ein paar Haarsträhnen ins Gesicht hängen. Sie trägt einen korallfarbenen Wickelrock, er steht ihr wirklich gut, darauf ein unscheinbares, weißes, enges Topp, das ihr leider manchmal ein wenig die Luft zum Atmen nehmen dürfte, dafür jedoch die neckischen Rundungen ihres durchaus weiblichen Körpers offenbaren und unter dem Rock, da trägt sie eine blickdichte Strumpfhose von H&M, die zum Zerreißen gespannt ist aufgrund stark durchtrainierter Beine, welche durch harte Arbeit stark an Muskelmasse zugelegt haben. Und des Mädchens Füße, die stecken in Vans, in Slipper-Vans, schwarz mit leichtem Karomuster, an jenen lässt sich erkennen, dass sie doch gar nicht so steif ist, wie der erste Eindruck den Anschein liefern könnte. Und doch genau in diesem Moment, in welchem man das vermutet, diese leichte Lockerheit, da fällt einem ihr Gesicht auf, die mittelgroßen Augen mit leicht buschigen Augenbrauen. Die Brauen wurden unkonventionell gezupft, wahrscheinlich um die haarige Brücke jener zu sprengen, ihre kleine, unschuldige Nase fällt kaum auf, die darunter liegenden, geschwungenen Lippen dafür viel mehr, sie wirken ehrlich, sollen aber leider einen schrecklichen Dialekt verstecken, sie wirken irgendwie motzig und sehen so aus, als würden sie nur selten ein Lächeln offenbaren.
Ich vermute, dass das am Emblem eines bestimmten Automobilherstellers liegen könnte, welches von einem dementsprechenden Fahrzeug abgerissen wurde und in ihrem Hintern verschwand, um ihr die nötige, der Konvention nach gewollte, steife Körperhaltung anzuzwingen.



Ihr Mund ist keck geöffnet, sahneweiße Zähne blitzen dich an, sehr selbstbewusst, sehr selbstbewusst…

Nah neben ihr, da steht ein anderes Mädchen.
Sie wirkt stolzer.
Größer.
Selbstbewusster.
Selbstständiger.
Aber auch schwieriger kennen zu lernen.
Mit interessierten Blicken wird sie begutachtet, man sieht schöne, glatte, lange Haare, blond sind sie, und da sind ihre Augen, die aufmerksam desinteressiert an dir entlang wandern, ihre Augen sind so zart und perfekt geschminkt, als wäre sie gerade eben noch bei einem speziellen Makeup-Artist in irgendeinem teuren Einkaufszentrum gewesen.
Ihr Mund ist keck geöffnet, sahneweiße Zähne blitzen dich an, sehr selbstbewusst, sehr selbstbewusst…
Sie ist größer als das vorherige Mädchen, legt viel mehr Wert auf ihr Äußeres, trägt dabei etwas zu dick auf, ohne jedoch die teuren Klamottenmarken an ihrem Körper in den Vordergrund zu rücken… und eben doch genau das. Ihr ist ihr Reichtum nicht peinlich, ganz im Gegenteil, sie wirkt stolz darauf und zeigt das indirekt durch perfekt sitzende Kleidungsstücke, die zudem noch nahezu einwandfrei zu ihrem Typ passen.
Sie trägt enge Hosen, die farblich dem sommerlichen Wetter angepasst sind, diese Hose formt einen makellosen Hintern, man könnte ihn auch als „Po“ bezeichnen, die Hosenbeine enden oberhalb der Knöchel, ihre nackten Füße stecken mit lackierten Fußnägeln in hohen Schuhen, braun sind diese Schuhe, dunkelbraun. Damit zu laufen fällt ihr nicht schwer.
An ihren Handgelenken trägt sie eine teure Uhr und an den Fingern hier und da einen Ring, einer sicherlich wertvoll, ein anderer sicherlich nur des Aussehens wegen.
Sie wirkt zuversichtlicher als die Anderen, zuversichtlicher, dass sie ihren eigenen Weg schon gehen wird, unbeeindruckt von dem, was um sie herum passiert.



Sie wirkt überfeiert, ihre Pupillen dürften schmerzen aufgrund des Tageslichts und sehen dennoch gleichzeitig so aus, als hätten sie sich an diesen Umstand gewöhnt.

Neben den Beiden steht etwas weiter Abseits ein drittes Mädchen.
Ihre linke Hand hat sie an ihrer Wange, sie kratzt sich, irgendetwas scheint sie zu jucken, sie linst angewidert und respektlos zu den anderen beiden Mädels, sie trägt einen metallenen Ring an der Nase und ein Piercing an der Augenbraue, ihre Haut ist ein wenig unrein, auf dem linken Handrücken, welchen man sehen kann, da sie sich im Gesicht kratzt, sind irgendwelche Buchstaben auf die Fingerknöchel geschrieben, vielleicht auch tätowiert, sie hat Augenringe, die ihr aber so sehr egal scheinen, als würde sie diese kurzer Hand abnehmen um sich damit mit dem nächstbesten Typen trauen zu lassen.
Sie wirkt überfeiert, ihre Pupillen dürften schmerzen aufgrund des Tageslichts und sehen dennoch gleichzeitig so aus, als hätten sie sich an diesen Umstand gewöhnt.
Sie ist größer als die anderen Beiden, dünner, ausgemergelter, schmaler, fast schon dürr, ohne wirkliche Rundungen, was ihr aber egal zu sein scheint, vollkommen egal.
Ihre braungefärbten Haare hängen ihr wirr verknotet ins Gesicht, irgendwie steht ihr das aber, sehr sogar, sie wirkt fast so, während man sie so anschaut, als würde sie jeden Moment ihre kratzenden Finger zu einem Mittelfinger formen und dem Begutachter entgegen strecken und ihn beleidigen wollen, weshalb ich vorsichtiger werde, während ich sie mustere; ich will nicht zu auffällig glotzen.
Ihr Klamottenstil ist so eigen, dass er fast schon als nächster Trend durchgehen könnte, ein langes, übergroßes Shirt mit einem bunten Aufdruck, der Halsausschnitt ist zu groß, weshalb ihre schmalen Schultern zu sehen sind, und während man diese Körperpartie mustert fällt einem ein Kopfhörerkabel auf, welches sich über ihr Brustbein nach unten Richtung Hüfte schlängelt. Ihre wilden Haare werden irgendwie von einem übergroßen, bunten Kopfhörer zusammengehalten, welcher in den Stil, den sie selbst entworfen haben dürfte, nahtlos übergeht und somit kaum auffällt. Ihre fast komplett entblößte Schulterpartie weißt Kratzer auf, woher, könnte man nur raten.
Sie trägt eine zerrissene, sau enge Stoffhose, die mit Nieten selbst beschmückt wurde, die Hosenbeine stecken in stylishen, halbhohen, weißen Nike-Tretern mit bunter Schuhsohle, neongrün ist diese Schuhsohle, die Schuhe sind das einzige, wirklich komplett Saubere an dem Mädchen, ansonsten wirkt sie dreckig, irgendwie unhöflich, irgendwie arm, irgendwie zerfeiert, irgendwie desillusioniert und doch irgendwie… glücklich. Fast glücklicher als die anderen beiden Mädchen.
Denn sie wirkt freier.
Als würde sie ausschließlich das tun, exakt das, was nur sie will und sich dabei von Keinem reinreden lassen. Derjenige, der es wagen würde, ihr reinzureden, der würde sicherlich von ihr angesprungen werden. So wirkt sie.



Wir verabreden uns und sie verschwindet im Tal-Kessel.

Während die Drei so von mir bestaunt werden, überwinde ich mich, nachdem keine von ihnen wirklich reagiert, den ersten Schritt zu wagen.
Das erste Mädchen, jenes mit dem Korallwickelrock, dem nähere ich mich an und schaue ihr tief in die Augen, stelle mich vor und frage, wie sie heißt.
„Stuttgart“, piepst es aus ihr heraus.
Ob sie mit mir einen Kaffee trinken gehen will, frage ich, „Gerne mal!“, antwortet sie dann, nachdem sie zuvor nervös an ihrem Ohrläppchen herumgefummelt hat und ein wenig irritiert wirkte.
„Aber nicht morgen, am Dienstag, da muss ich arbeiten, und auch nicht Mittwoch, da ist wieder mal irgendein Streik, die Innenstadt ist dann überfüllt mit Protestplakaten, irgendein Maultaschen-Auflauf, wie immer, und abends, da fahren keine Nachtbusse, da würde ich nicht mehr nach Hause kommen, aber Donnerstag oder Freitag, das würde gehen.“
Wir verabreden uns und sie verschwindet im Tal-Kessel.



Die nächsten Tage werde ich gespannt warten, was passiert.

Ich gehe zur Nächsten, bin ich doch nun topmotiviert.
Das Mädchen mit den dunkelbraunen hohen Schuhen, das wird nun gefragt, wer es denn sei, worauf sie antwortet: „Ich bin München.“.
Ich sage ihr, dass sie mir gefalle, und ob sie denn etwas gegen einen Wein haben würde, welchen man gemeinsam trinken gehen könne.
„Nein, habe ich an sich nicht. Ich würde aber vorschlagen, dass du mir deine Handynummer gibst, ich melde mich bei dir, wenn ich Zeit habe.
Ich würde mich aber freuen, wenn wir vor dem Wein gemeinsam etwas Essen gehen würden. Führst du mich aus?!“.
Ich nicke das ab, sie scheint interessiert zu sein, aber ich bleibe unsicher zurück, als sie geht, irgendwie könnte es auch sein, dass ich nur einer von Vielen war, der versucht, einen guten Eindruck bei ihr zu hinterlassen.
Die nächsten Tage werde ich gespannt warten, was passiert.



Aber der Sex mit ihr, der wäre bestimmt der Beste gewesen.

Bevor ich nun aber leer ausgehe, denn, wer weiß ob Stuttgart wirklich ein gutes Treffen wird, irgendwie wirkte das Mädchen schon stark steif, und ob München sich melden wird ist auch die Frage, schaue ich das letzte verbleibende Mädchen an, jenes mit den wilden Haaren und den Kopfhörer auf den Ohren.
Ich gebe ihr mit einer Geste zu verstehen, dass sie doch kurz die Kopfhörer abnehmen könnte.
Sie leistet mir Folge und nimmt die Kopfhörer ab, wodurch ihr die Haare ins Gesicht fallen und sie diese aus dem Gesicht streift. Aus den Kopfhörer dröhnt irgend ein basslastiges Technoding.
Meine Güte ist das ein hübsches Mädchen!
Total eigen, total Straße, total tief.
Mit leicht nervöser Stimme Frage ich sie, wie sie heißt, sie antwortet: “Berlin, Süßer.“.
„Hey Berlin. Ich muss ja sagen, du bist echt ein schönes Ding. Wie sieht´s aus, hast du Lust mit mir abends mal feiern zu gehen?“.
„Na loge, Bübchen. S´bist´n du für Einer, woher kommste denn?“.
Ihr Interesse freut mich.
„Ich komm´ aus Baden-Württemberg, bin dort geboren. Was wollen wir denn machen? Berghain? Ritter Butzke?“.
Doch urplötzlich wird ihr Blick biestig, sie verzieht ihren vorher süß lächelnden Mund, spuckt vor mir auf den Boden und keift: „Wat? Du bist´n Schwabe? Fick dich Alter, so´ne Type wie dich, die brauch´ ik sicher nich´!“.
Sie dreht sich um, und bevor ich etwas dazu sagen kann, ist sie bereits verschwunden. Von hinten, da sieht sie gar nicht mehr so beeindruckend aus, eher dürr und ausgelaugt. Aber der Sex mit ihr, der wäre bestimmt der Beste gewesen. Eigenartiger finaler Gedanke.



Dass Berlin eigentlich selbst Verwandte in Baden-Württemberg haben soll, wird sie mir nie verraten… denn melden wird sich nur das Stuttgarter Mädchen. Die Münchnerin, die wollte nicht, die hat bereits einen anderen Kerl kennen gelernt, einen österreichischen Geschäftsmann, welcher ihr wahrscheinlich finanziell auch mehr entgegen kommen dürfte.
Macht nichts.
Stuttgart ist auch nicht so schlecht.
Die ein oder andere schöne Ecke wird auch sie noch verbergen, die sich lohnt, entdeckt zu werden.

Dennis Kussel

Dennis Kussel

sind räder da, dann dreh ich dran.

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