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Sonja Sonnenschein
Schon zum zweiten Mal findet an diesem Pfingstsonntag (27. Mai) in Stuttgart auf dem Marktplatz der Veggie-Street-Day statt. „Uh, so viele Leute, die meinem Essen das Essen wegessen,“ werden die Spaßvögel unter euch jetzt sagen. Aber vielleicht kann sich auch diese Sparte Menschen an diesem Tag dazu inspiriert fühlen, einmal zu testen wie vielfältig und abwechslungsreich vegetarische Küche sein kann.
Summer in the City. Man sitzt entspannt und träge mit ein paar Gleichgesinnten auf dem Rasen am Schlossplatz, philosophiert, sinniert oder erholt sich wahlweise von der letzten Nacht, da ziehen sie in Horden an einem vorbei: Gruppierungen von Leuten; einer dieser wird bald heiraten und es wird vorher alles daran gesetzt, ihn oder sie der Lächerlichkeit preis zu geben und dabei auch noch unbeteiligte Außenstehende in Mitleidenschaft zu ziehen. Dieses Phänomen ist weithin bekannt als „Junggesellenabschied“.
Wenn es in der S-Bahn subtil nach Kotze riecht, erwachsene Menschen mit Lebkuchenherzen behängt in Cannstatt einsteigen und dir beim Passieren eben jener S-Bahn Station dümmliche Gesänge entgegenschlagen; wenn Halbwüchsige um 14 Uhr nachmittags eine Fahne haben, die dir 3 Meter gegen den Wind den Atem raubt und dir eine Horde Mädels in total sexy und trendigen Trachten aus unserem Nachbarbundesland (WARUM NUR - sei an dieser Stelle gefragt - was haben Dirndl und Lederhosen mit Stuttgart zu tun?!) entgegenkommen und sich dabei total sexy und innovativ vorkommen - ja dann weißt du, es ist wieder Wasenzeit.
Die ersten warmen Sonnenstrahlen tasten sich langsam bis zur Erdoberfläche vor, die Vögel fangen an in den Bäumen zu zwitschern, Krokusse zeigen sich zart lila blühend in den vielen Stuttgarter Parks. Ja, mittlerweile wird es auch der letzte Stubenhocker gemerkt haben: es wird Frühling. Mit was vertreibt man sich die Zeit in Stuttgart, wenn die schönste aller Jahreszeiten so verheißungsvoll vor der Tür steht? Man sonnt sich auf der Grünfläche am Schlossplatz, man schlendert durch den Rosensteinpark oder schlotzt ein Eis am Marien- oder Eugensplatz... Nix besonderes und diese Freizeitbeschäftigungen wären wirklich keines Artikels würdig. Könnte man hier doch Stuttgart durch jeden x-beliebigen Städtenamen austauschen.
Nun ist sie also wieder vorbei, die Fasnet 2012 - wahlweise auch Fasching oder Karneval genannt (was man hier im Schwabenländle aber tunlichst vermeiden sollte!). Jedes Jahr zum Aschermittwoch sammeln sich die Geister der Narren wieder, die vorher oft durch nicht allzu knappe Mengen Hochprozentiges kurzzeitig vertrieben wurden. Auch in Stuttgart ging es neben den großen Hochburgen in Köln, Mainz und Rottweil wieder hoch her - zum Bedauern mancher Einwohner, die so gar nichts mit dem bunten Treiben anfangen können.
Besonders am gestrigen Faschingsdienstag war gefühlt die ganze Stadt auf Achse, als unser Oberbürgermeister Wolfgang Schuster zum letzten Mal (er tritt nach dieser Amtsperiode ja nicht mehr erneut zur Wahl an) im Rathaus eine Vielzahl verkleideter Narren empfängt. Anschließend steigt er dann, der große Stuttgarter Fasntesumzug: Ganze 51 Gruppen bzw. 2500 Narren wurden gezählt, die in altbekannter Manier und Marschrichtung von der Friedrichstraße durch die Lautenschlager- und Bolzstraße über den Schlossplatz und die Planie vorbei am Alten Schloss zum Marktplatz zogen. Nachdem die Eberhard - und Tübinger Straße passiert wurden, klang der Umzug wie gewohnt auf dem Gelände der Stuttgarter Brauerei Dinkelacker aus.
Auch dieses Jahr gab es für Jung und Alt natürlich wieder viel Süßes von den Wagen, wobei sich wieder einmal viele benachteiligt gefühlt haben dürften, während andere die Süßigkeiten in ihren Beuteln horteten. Aber nicht nur etwas zum Naschen, sondern auch wieder jede Menge Musik und Show wird den zahlreichen Schaulustigen am Wegrand geboten: Fehlen dürfen selbstverständlich nicht die vielen Hexengruppen, die nicht nur eine junge Dame aus dem Volk entführten oder mit ihr Schabernack trieben, und Waldschrate, aber auch die optisch ansehnlicheren Gardemädchen und Funkenmariechen, bei denen mancher männliche Besucher gerne einen Blick unter die knappen Röckchen werfen würde, sowie die traditionellen Guggenmusiker. Dennoch lässt sich in diesem Jahr feststellen, dass ausgelassene Partystimmung anders aussieht bzw. sich anders anhört.
Ihr sucht eine Wohnung in Stuttgart? Schön. Ich auch. Dann habt ihr sicher ähnliche Erfahrungen wie ich machen müssen:
Ein Thema, welches mir sehr am Herzen liegt und mit dem ich mich über die Jahre immer mehr beschäftigt habe - und meiner Meinung nach MUSS man sich damit heutzutage auseinandersetzen - ist das des Fleischkonsums. Ich wünschte, es würden sich mehr Leute darüber Gedanken machen und eigentlich gebietet der gesunde Menschenverstand angesichts der Problematik das auch. Aber dem ist leider nicht so. In den Augen vieler Menschen ist eine Ernährung ohne (täglichen) Fleischkonsum nicht wegzudenken. Morgens Wurst aufs Brot, mittags Döner oder was Schnelles vom Grill, abends Maultaschen in der Brühe. Oder so ähnlich. Das ist selbstverständlich, weil mittlerweile für jeden erschwinglich, und woher das Fleisch kommt, das ist vielleicht nicht komplett egal, aber am besten erst gar nicht drüber nachdenken, sonst würde sich ja evtl. noch dieses kleine böse Monster namens Gewissen melden. Lieber Augen zu und kräftig zubeißen. Aber zu welchem Preis? Ich versuche hier nun einmal, ein klein wenig das Bewusstsein für das täglich zugeführte Nahrungsmittel zu erweitern und zu animieren, vor dem Kauf das Hirn einzuschalten.
Alle Jahre wieder… tut man es sich an. Im besten Fall bereits Ende November, meistens aber erst Mitte Dezember. Diese entsetzliche Plackerei. Ich rede vom Plätzchen backen im großen Stil. Da werden Eier getrennt, Teig geknetet, ausgewellt, ausgestochen, bepinselt, zusammensetzt, über Nacht trocknen gelassen, in filigraner Kleinstarbeit verziert…
Ja, hama denn scho Weihnachten? Noch nicht, aber es steht quasi auf der Matte und ist im Begriff, die Tür einzutreten um sich Einlass zu verschaffen… Keiner kann sich entziehen, es überollt einen förmlich und jeder tut gut daran, schon im Vorfeld sämtliche Geschenke besorgt zu haben, denn wenn nicht, erwartet einen jede Menge Stress in überfüllten Städten. Viel Spaß. Der Geschenkewahn ist für mich nun ein Anlass, hier und heute auf ein von mir praktiziertes Hobby aufmerksam machen und für dieses zu werben. Denn noch immer sitzen, ganz dem Klischee entsprechend, an Weihnachten Tiere unterm Weihnachtsbaum. Ganz gewiss gut gemeint aber in leider viel zu vielen Fällen nur ein Vergnügen von kurzer Dauer. Denn, oh Schreck, wer hätt’s gedacht?! Das süße kleine kuschelwuschelige Babytier wächst und fängt an zu sabbern, kackt in die Wohnung und wenn ihm langweilig ist oder der Übermut zu groß, fängt es an auch mal Einrichtungsgegenstände zu zerstören! Einfach mal vor der Anschaffung das Hirn einschalten wäre wünschenswert. Ja, und jetzt? Tja…
Eigentlich hätte man sich lange innerlich darauf vorbereiten können, aber jetzt trifft es einen doch recht unvorbereitet, da ziemlich kurzfristig: Das Rocker 33 schließt seine Tore, wahrscheinlich schon zu Jahresende. Das dieser Zeitpunkt kommen wird, war seit Eröffnung des Clubs klar, es war nur eine Frage der Zeit. Aber es stimmt mich ein wenig traurig, habe ich mir doch so manche Nacht (und auch so manchen Tag – man erinnere sich an die Fußball-WM oder die Sommerevents) um die Ohren geschlagen und bin des Morgens mal fertig, mal voll am Ar… und ab und an auch schwer lädiert wieder rausgewankt. Ja, mit dem Rocker verschwindet auch ein Stück Geschichte meiner Jugend im Nirvana. Aber bestimmt geraten die dort gefeierten Events niemals in Vergessenheit – es sei denn, man konnte sich bereits am Morgen danach schon nicht mehr gescheit daran erinnern.
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